Wenn das Wetter nicht wäre!
oder einfach: Das war das 11. BBFF

Alles begann so vielversprechend: blauer Himmel, Sonnenschein und Zuschauer so weit das Auge reichte. Der eine schätzte 3.000, der nächste 5.000. Der prominenteste Zuschauer war kein anderer als der Justizminister des Landes Niedersachsen, Bernd Busemann. Er hatte kurz zuvor das 11. Barnstorfer-Ballonfahrer-Festival (BBFF) im Hotel Roshop eröffnet.

Neben Busemann waren noch weitere Ehrengäste vertreten, darunter die Landtagskollegen Karl-Heinz Klare, der Landtagsvizepräsident Hans-Werner Schwarz als auch der Bundestagsabgeordnete Axel Knoerig sowie die stellvertretende Landrätin Ulrike Schröder. Nun waren alle mit den Piloten und Crews von 30 Heißluftballonen aus ganz Deutschland in die Sunderingstadien in Barnstorf gekommen, um beim Start der ersten Fuchsjagd um den Niedersachsen-Cup dabei zu sein.

    

Zuvor hatten schon die Piloten der 15 Modellballone die vielen Zuschauer auf das wohl größte Luftspektakel im norddeutschen Raum eingestimmt. Um 19 Uhr 15 war es dann soweit. Pilot Ingo Lampe zündete den Brenner, hob mit seinem Ballon "Big Blue" ab und eröffnete damit die Fuchsjagd.

Nach und nach starteten auch die übrigen 29 Ballone, um auf der Fährte des Fuchses zu bleiben. Nach rund 45 Minuten Fahrdauer sollten diese das ausgelegte Landekreuz des Fuchses mit einem kleinen Sandsack treffen. Leicht hatte es Ingo Lampe den anderen Piloten nicht gemacht. Durch das Fahren in  unterschiedlichen Lufthöhen und damit auch in unterschiedlichen Windrichtungen war die Route nicht leicht zu verfolgen. So war es dann auch kein Wunder, dass nur fünf Piloten versucht hatten, das Landekreuz zu treffen.

    

Im Korb der "Katze" von Werner Wäschenbach aus Schweich bei Trier genoss Minister Busemann zusammen mit Ulrike Schröder seine erste Ballonfahrt. Natürlich durfte nach der Landung auch die obligatorische Ballonfahrertaufe nicht fehlen. Und so trägt er ab sofort neben seinen politischen Titeln auch den Namen: "Baron Bernd, nach feurigen Aufstieg über Barnstorf, leicht fahrender Pirat der Lüfte weit über das Wietingsmoor zu Ehrenburg".

Die gute Stimmung unter den Piloten, den Crews und den Gästen war am nächsten Morgen sehr betrübt denn eine herannahende Gewitterfront ließ den zweiten Start beim 11. BBFF buchstäblich ins Wasser fallen. Auch der dritte geplante Start am Samstagabend musste wegen einsetzendem Regen um 19 Uhr abgesagt werden.

Bis zu diesem Augenblick genossen tausende von Besuchern das umfangreiche Rahmenprogramm bei dieser Veranstaltung. Die Initiatoren des Festivals hatten alle Register gezogen um Jung und Alt viel Abwechslung zu bieten. Angefangen bei einem Bobbycar-Rennen, einem Kaspertheater sowie einem Luftballonwettbewerb für die kleinsten Zuschauer über ein Zorbingball-Rennen, einer Kletterwand und dem Sky-Jump für die etwas älteren gab es noch Überflüge von Ultralight-Flugzeugen und eine begehbare Ballonhülle in der auch ein Modellballon fuhr.

  

Ein weiterer Anziehungspunkt war der überaus gelungene Bauernmarkt. An den über 20 Ständen gab es nicht nur kulinarische Köstlichkeiten wie Kartoffelpuffer, Hot Dogs, Waffeln und Quark-Speisen sondern auch Windspiele, Schmuck, Patchwork, Wildschwein-Spezialitäten, Honig und vieles mehr. Die "Tonnenheider Strickeschläger" die den überaus interessierten Zuschauern das uralte Handwerk des Seilers demonstrierten, waren ein weiteres Highlight dieses Marktes.

Der Abschluss des Festivaltages, den sich Jung und Alt mit einem Massenstart der Ballone vorgestellt hatten, fiel wegen des bereits erwähnten Regens aus. Dennoch blieben viele Gäste noch mehrere Stunden vor Ort um den Tag mit einer Open-Air-Disco zu beschließen.

Die Ballonpiloten versammelten sich erneut am Sonntag, um der Siegerehrung der Fuchsjagd beizuwohnen. Annelore Balke aus Weyhe setzte ihren Marker nur 1,90 Meter neben das Landekreuz und konnte damit den Niedersachsencup aus den Händen des Stifters, dem Landtagsabgeordneten Karl-Heinz Klare, entgegennehmen. Auf den Plätzen 2 und 3 folgten Andreas Marschler aus Burgwedel mit 85 Metern und Hans-Rolf Friedrich aus Berlin mit 98 Metern.
 

Viele der teilnehmenden Piloten werden im Spätherbst noch einmal Barnstorf ansteuern um dann die gebuchten Fahrten der Gäste abzufahren. Alle Piloten waren sich einig, dass sie bei einer Neuauflage des Barnstorfer-Ballonfahrer-Festivals in zwei Jahren wieder dabei sein möchten.

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